Was mich an Kaltakquise auf LinkedIn nervt

Dieser Text ist ursprünglich bei LinkedIn erschienen. Aber er lässt sich eigentlich auf jede Art von Kaltakquise anwenden.

Vorweg: Ich bin ein großer LinkedIn-Fan. 
Eine globale Community rund um Wirtschaftsthemen, spannender Austausch, neue Recruiting-Formen, guter Content. Es gibt viele Gründe, warum man sich auf LinkedIn engagieren sollte (dazu kann ich jedem nur raten) und warum die Plattform toll ist. Und nicht zuletzt bietet LinkedIn ein enormes Potential für Sales.

Das ist auch gut und in Ordnung so.

Die meisten von uns werden vermutlich auch irgendwann einmal in ihrem Berufsleben diese Vertriebs-Chancen nutzen und davon profitieren. Viele von uns tun es bereits – ganz egal ob wir direkt etwas verkaufen möchten oder beispielsweise erstmal nur einen Kontakt zu einem Unternehmen suchen.

Was aber nervt:

Es geht bei LinkedIn eben nicht nur um Sales.

Im Kern geht es um Networking. Das Miteinander.

Auch: Das Voneinander-Profitieren.

Aber es geht nicht darum, auf Kosten anderer zu profitieren und nicht nur ums Verkaufen.

Das verstehen viele offenbar nicht, wenn ich mir meine Inbox so ansehe. Die Ansprachen sind oft viel zu direkt, meistens schlecht recherchiert und voll am Thema vorbei. Erst heute wieder: "We help coaches like you get more clients". Ich bin kein Coach. Und brauche keine neuen Klienten.

„Kann man doch löschen oder einfach ignorieren“, werden einige sagen. Das Problem: Wenn jeder nur noch aggressiv verkauft und damit die Inboxen vollmacht, dann ist das ein "Peeing in the pool"-Problem. Für einen oder zwei mag das funktionieren. Doch wenn es immer mehr und am Ende alle machen: Dann verlassen die Menschen eine solche Plattform.

Plumpe Sales-Methoden und unkreative Kaltakquise sind also nicht nur nervig. Sondern am Ende schlecht für alle. Deswegen:

  • Bitte, liebe Verkäufer, recherchiert vorher und sucht Euch diejenigen, die Euer Produkt oder Eure Dienstleistung wirklich brauchen (könnten)
  • Ich verstehe, dass man nicht jeden erst drei Mal zum Lunch einladen kann, dem man was verkaufen möchte; aber ein bisschen Kreativität und persönliche Ansprache im Pitch – das hat noch keiner Beziehung geschadet
  • Und manchmal lohnt es sich vermutlich, erstmal in eine Beziehung zu investieren, auch ohne schnellen Abschluss in Sicht. Irgendwann dann ... kommt vielleicht auch ein Geschäft dabei raus

Aggressive Kaltakquise, Spam ohne Rücksicht in alle Inboxen pushen – das ist schlecht für alle, weil die meisten irgendwann flüchten, wenn es Ihnen zu viel wird.

Wie steht Ihr dazu? Bin nur ich genervt oder gehört das schlicht dazu? Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

Max WittrockComment