Squarespace oder Wordpress

Welche Plattform soll ich verwenden, wenn ich bloggen oder eine Webseite betreiben will? Für mich kamen bei dieser Frage letztlich nur zwei Varianten in Frage: Squarespace oder Wordpress. Ich war sehr glücklich mit Squarespace, hab mich am Ende aber dann doch wieder für Wordpress entschieden. Hier mein kurzer Weg zur Entscheidungsfindung.

Seit gestern bin ich nun nicht mehr bei Squarespace. Keine wunderschönen Templates mehr, keine Beispiele anderer user,  bei denen man sofort bedauert, kein kalifornischer Fotokünstler mit indianischen Wurzeln zu sein. Und ich finde immer noch, dass Squarespace einer der besten Hosting-Services bzw. eine der besten Blogging-Plattformen ist. Gerade in Sachen Design kann Squarespace eigentlich keiner das Wasser reichen. Die Templates sehen toll aus, wenn man sich die Kundenbeispiele ansieht, möchte man am liebsten sofort ein Restaurant mit angeschlossener Kunstgalerie eröffnen und dort handgemachte Ledergürtel verkaufen – nur um drei passende Webseiten dafür zu bauen.

Doch so schön das alles ist: Mir war das System am Ende zu unflexibel. Deswegen nun doch wieder Wordpress. Da muss man sich dann im Gegensatz zu Squarespace auch wirklich bemühen: Jeder Facebook-Like-Button ist eine kleine Herausforderung. Aber über jeden Fortschritt freut man sich umso mehr. Ein bisschen wie MP3 und Vinyl: Eigentlich gibt es kaum einen Grund, Platten zu hören, aber doch ist es am Ende viel schöner, als nur Play auf dem digitalen Player zu drücken. Aber der Reihe nach...

Wer vor der Frage Squarespace oder Wordpress steht, der meint in der Regel eine ausführlichere Frage: Soll ich mir eine Wordpress-Installation auf einem eigenen Server einrichten, dann ein schönes Template suchen und damit starten – oder gehe ich zum Full-Service-Anbieter Squarespace, wo ich mir ein wunderschönes Template aussuche, mich um nichts mehr kümmern muss, und mich einfach auf meinen Content konzentrieren kann?

Squarespace Startseite

Squarespace

Squarespace ist ein amerikanisches Unternehmen, und gerade bei Ästheten beliebt. Denn die Templates (also Vorlagen) für Webseiten sind sehr schön, das Backend ist leiht zu benutzen, außerdem gibt es viele schöne Beispiele, was man mit wenig Klicks so alles erreichen kann (der Content muss natürlich auch schön sein, das vergessen manche vielleicht am Anfang). Squarespace ist aber eine Full-Service-Lösung: Ich brauche keinen eigenen Server, sondern man richtet sich einen Account ein, die Webseite oder das eigene Blog oder der eigene Shop werden dann von Squarespace gehostet, auf Wunsch kann man eine Domain dazu buchen.

Vorteile: Die Vorteile dieses Systems liegen klar auf der Hand. Ich muss mich nicht um technischen Kram kümmern, sondern kann einfach loslegen, schön aussehen tut es auch ohne besondere Grafikdesign-Fähigkeiten. Und das System ist wirklich ausgereift, außerdem ist das Pricing fair. Je nach Vorauszahlung und Paket ist man mit rund 10 Dollar im Monat dabei pro Webseite.

Nachteile: Es ist toll, dass man ein geschlossenes System hat, bei dem einem alles abgenommen wird: Doch dadurch büßt man viel Flexibilität ein. Wer sich mit SEO, Plugins, HTML und CSS und anderen Dingen rund um Webseiten beschäftigen möchte und daran Freude hat, der wird bei Squarespace nicht tief eintauchen können. Soll er ja gar nicht, denn dann gehört er nicht wirklich zur Zielgruppe.

Und das war auch der Grund, warum ich mich doch für Wordpress entschieden habe, Denn so schön ich Squarespace auch fand: Es gab mehr als ein Mal den Moment, wo ich ein Feature nur ein klein wenig anders haben wollte. Das ging aber nicht. Der Support ist wirklich toll, man bekommt schnell eine Antwort, meistens wurde die Frage eh schon von einem anderen Benutzer gestellt. Aber oft lautet die Antwort eben doch: Sorry, ist nicht vorgesehen. Vorhang auf für...

Wordpress

Wordpress (die selbst gehostete Variante wordpress.org) ist ein Content Management System, das man sich auf einem eigenen Webspace installiert, dann wählt man ein Template aus oder baut selbst eines (wer das kann, der wird diesen Post wohl kaum lesen), und los geht's ... für alle Updates, für den Schutz vor Spam, für Schnittstellen zu Facebook und Co ist man selbst verantwortlich. Die Software ist aber grundsätzlich umsonst. Vorteile: Die Wordpress-Variante ist flexibel. Die Community ist riesig, zu (fast) jedem Problem findet man via Google eine Antwort. Man kann aus unzähligen Templates wählen, jedes noch so kleine Detail verändern und beeinflussen. Und lernt dabei viel über Webhosting, SEO und allerlei andere Themen.

Nachteile Die Vorteile sind gleichzeitig auch die Nachteile: Die volle Kontrolle bedeutet auch die volle Verantwortung. Wer keine Lust hat, in technische Themen einzutauchen, wer einfach nur schreiben will, dem sei Squarespace ans Herz gelegt. Denn Wordpress verlangt immer mal wieder Eigeninitiative, auch und vor allem bei Backups: Denn jeder kennt wen der irgendwen kennt, dem schon mal sein Wordpress-Blog verloren ging.

 

Squarespace oder Wordpress – mein Fazit

Ich habe mich am Ende für Wordpress entschieden. Ich will flexibel sein und die technischen Hintergründe verstehen. Das geht mit Wordpress besser. Wer aber nur schönen Content produzieren möchte, der ist mit Squarespace vermutlich besser dran.

Manchmal hört man auch das Argument, Wordpress sei ja schließlich kostenlos, insofern schon Squarespace vorzuziehen. vergessen darf man dabei aber nicht, dass schöne Wordpress-Templates mittlerweile auch meistens Geld kosten, ab 50 Dollar muss man für schöne und ausgefallene Designs schon ausgeben. Und wer sich 2-3 Mal pro Jahr anders entscheidet und sein Template ändern möchte, der produziert mindestens die Ausgaben, die er pro Jahr auch bei Squarespace gehabt hätte. Außerdem kommen noch Hosting-Kosten dazu, so dass ich das preisliche Argument vernachlässigen würde.

Wichtig noch an dieser Stelle: Ich würde meine Domain nicht bei Squarespace registrieren, sondern immer bei einem anderen Provider – und dann auf den Account mappen. Generell eine oft gehörte Empfehlung: Domains vom Hosting trennen. Dann kann man sich auch später leichter voneinander trennen.

Und wer auch in Sachen Content noch Input braucht und sich wirklich um überhaupt nichts mehr kümmern möchte, dem sei auch empfohlen, einen Blick auf Social Trademarks zu werfen. Das Projekt von Ibo ist ein Full-Service-Dienst(leister), der nicht nur den Namen schützt, sondern dabei hilft, eine echte Reputation und Reichweite für die eigenen Themen aufzubauen  – also deutlich über bloßes Hosting hinaus geht... vielleicht für den ein oder anderen eine sinnvolle Alternative!

TechMaxComment